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9. Dezember 2011 im St.Galler Bauer:

3. Nationale Jerseyausstellung in Wattwil

Wirtschaftlichkeit und Eleganz ereint

In der weihnächtlich geschmückten Markthalle Wattwil gaben sich am letzten Wochenende die nationalen Züchter der Jerseykühe ein Stelldichein. Die ursprünglich von der englischen Insel Jersey abstammende Rasse verblüffte mit ihrer zierlichen Eleganz , beachtlichen Milchleistungen und hohen Milchgehalten.

 

Ruedi Roth, Bächli-Hemberg. Unter der Leitung des OK-Präsidenten Toni Keller, Dietschwil, wurde zum dritten Mal eine nationale Jerseyausstellung organisiert. Die über hundert anwesenden Tiere wurden von ihren Besitzern ohne Vorschau selbst selektioniert und nach Wattwil gebracht. Schon im Zeltstall ausserhalb der Markthalle strömten die Tiere auf ihre Beobachter eine wohlige Ruhe aus und präsentierten dabei ihre feingliedrige Eleganz und ihren aufmerksamen Blick. Insgesamt vierzehn Abteilungen wurden dem Experten Paul Caduff, Morissen, für die Rangierung vorgeführt.

Frühreif und leistungsbereit
Begonnen wurde der Wettbewerb mit den drei Rinderabteilungen. Hier zeigte sich schon an der unübersehbaren Kapazität, wie frühreif diese Rasse ist. Paul Caduff bevorzugte eine optimale Beckenlage und die Feingliedrigkeit. "Ich ziehe eine leicht gewölbte , obere Linie einer waagrechten vor. Dies hängt mit der Frühreife und dem womöglich nachfolgenden, leichten Absenken der Wirbelsäule zusammen", erklärte der Experte. Wie bei allen anderen Milchkuhrassen müsse auch bei den Jerseys diesem aufkommenden Problem kompromisslos zu Leibe gerückt werden. Die Podestplätze dieser Abteilungen verteilten sich vom Entlebuch bis ins Toggenburg. Als Rinderchampion erkoren wurde schliesslich die Blackstone-Tochter Biscuit von Manfred Baumann, Mühlrüti. Auch ihre ebenfalls anwesende Mutter, die Brumle-Tochter Biblis, erreichte später bei den älteren Kühen einen Podestplatz.

Hoch angesetzte Euter
Professionell gestylt und von ihren Vorführern vorzüglich präsentiert, wurden dem Publikum nun die fünf Abteilungen der jüngeren Kühe gezeigt. Herrlich hoch angesetzte Euter und oftmals sehr ausgeglichene Gruppen beeindruckten sowohl den Experten als auch das anwesende Züchterpublikum. Bei der Wahl zur Euter-Champion Jüngere Kühe triumphierte ebenfalls ein Tier aus dem Toggenburg. Der Sieg ging an die vierjährige Severin-Tochter Nena aus dem Stall von Gregor Scherrer, Ulisbach. Dass die Erstplatzierte sogar vom selbst gezüchteten Stier abstammt, zeugt von seriöser Zuchtarbeit und freut den Besitzer umso mehr. "Schon 1997 wechselten wir aufgrund des sinkenden Milchpreises vom Braunvieh zur Jerseyrasse", erzählen Brigitte und Gregor Scherrer. Mit der heute üblichen Gehaltszahlung erreiche man mit der Haltung von Jerseykühen eindeutig bessere Wirtschaftszahlen. "Und wenn man einmal Jerseys hat, dann will man bestimmt nicht mehr wechseln", geben sich die beiden überzeugt. Als Champion jüngere Kühe erkor Paul Caduff, Sunehof Impuls Santafe, eine Erstmelkkuh von Franz Abächerli, Edlibach. Sie erreichte bei der ersten Wägung 25,2 Kilo Milch mit einem Gehalt von 5,8% Fett und 3,4% Eiweiss.

Gehalt und Langlebigkeit
Bei den Abteilungen der älteren Kühe war nicht nur das Exterieur zu bestaunen. "Die Langlebigkeit ist neben dem hohen Gehalt wohl einer der wichtigsten Vorteile der Jerseyrasse", hält Toni Keller, Geschäftsführer des Schweizerischen Jerseyzuchtvereins, fest. So genoss das Publikum die Vorführung von Kühen, welche fünf und mehr Leistungsabschlüsse hinter sich haben, aber immer noch mit hohen Eutersitzen und jugendlicher Frische durch die Arena stolzierten. Bei diesen Abteilungen ging der Titel Euter Champion ältere Kühe an die Kenai-Tochter Felica von Heidi und Paul Nyffeler aus Heldswil.
Bevor es nun an den Titel Champion ältere Kühe ging, wurde nun die Kuh mit der höchsten Lebensleistung präsentiert. Die 15-jährige Bambina aus dem Stall von Manfred Baumann, Mühlrüti, erzielte bis jetzt 90'065 kg Milch mit einer Gehaltsmenge von insgesamt 8163 kg. Zur Freude der einheimischen Züchter wurde schliesslich die Mister-Tochter Mahara zur Champion ältere Kühe erkoren. Auch dieses Tier, welches schon sieben abgeschlossene Leistungen hinter sich hat, gehört Manfred Baumann, Mühlrüti.

Anzahl Herdebuchtiere steigend
"Unbestritten war die Exterieurqualität der aufgeführten Tiere hoch", äusserte sich OK-Präsident Toni Keller zufrieden. Der Jerseyzuchtverein setze aber auch in Zukunft die Priorität auf hohe Gehaltswerte und Langlebigkeit. Und obwohl die Anzahl der Herdebuchtiere ständig ansteige und schon über 3000 betrage, werde die Jerseyzucht ein Nischenzweig bleiben und es sei auch nicht das Ziel, andere Rassen zu verdrängen, führte er aus.